Beide spielen in der Premium-Sub-250g-Klasse
DJI Mini 4 Pro und Autel Evo Nano+ sind 2026 die beiden ernsthaftesten Drohnen unter 250 g für ambitionierte Hobby-Piloten. Beide sind C0-zertifiziert und brauchen damit weder A2-Drohnenführerschein noch e-ID-Sender. Beide haben 1-Zoll-nahe Sensoren der Spitzenklasse. Beide bieten Hinderniserkennung, ActiveTrack-ähnliches Subjekt-Tracking und stabile Funkübertragung über mehrere Kilometer. Die Frage ist also nicht „welche Drohne kann mehr“, sondern: Welche Sensor-Charakteristik, welche Hinderniserkennung, welches Software-Ökosystem und welcher Marktzugang passen besser zu deiner Nutzung?
Direkter Vergleich: Hardware und Funktionen
| Kriterium | DJI Mini 4 Pro | Autel Evo Nano+ |
|---|---|---|
| Startgewicht | 249 g | 249 g |
| EU-Klasse | C0 | C0 |
| Sensor | 1/1,3” CMOS | 1/1,28” CMOS |
| Auflösung max | 4K bei 60 fps HDR | 4K bei 30 fps |
| Slo-Mo | 4K bei 100 fps | 1080p bei 120 fps |
| Color-Profil | 10-bit D-Log M, HDR | normal, kein D-Log |
| Hinderniserkennung | 360° (omnidirektional) | dreiseitig (vorne, hinten, unten) |
| Tracking | ActiveTrack 360° | Dynamic Track 2.1 |
| Übertragung | OcuSync 4 (bis 20 km) | Autel SkyLink (bis 10 km) |
| Flugzeit Datenblatt | 34 min | 28 min |
| Wind-Resistenz | bis 10,7 m/s | bis 8 m/s |
| App | DJI Fly | Autel Explorer / Sky |
| Preis Body | rund 760 € | rund 700 € |
DJI Mini 4 Pro — der Cinematic-Spezialist
Die Mini 4 Pro ist 2026 die technisch reifste Sub-250g-Drohne am Markt — und die einzige in dieser Klasse mit allseitiger Hinderniserkennung. Was sofort auffällt: das Featureset spielt teils auf dem Niveau deutlich größerer Drohnen wie der DJI Air 3.
Sensor. 1/1,3” CMOS mit Dual-Native-ISO. 4K bei 60 fps mit HDR — Schatten in Wäldern bleiben durchgezeichnet, Lowlight in der goldenen Stunde ist sauber. 10-bit D-Log M für Color-Grading in Davinci Resolve oder Final Cut. Vertikale Aufnahme nativ ohne Crop für Insta-Reels.
Hinderniserkennung 360°. Sechs Sensoren rundum — vorne, hinten, oben, unten, links, rechts. APAS 5.0 weicht aktiv aus oder bremst rechtzeitig. Bei Tracking-Shots durch Wälder oder zwischen Gebäuden ein massiver Sicherheitsgewinn.
ActiveTrack 360°. Verfolgt Personen, Fahrzeuge oder Tiere präzise — auch von der Seite oder rückwärts, was bei der Vorgängerin nicht ging. In Kombination mit der allseitigen Hinderniserkennung sind komplexe Tracking-Shots ohne Pilot-Erfahrung machbar.
Übertragung. OcuSync 4 mit bis zu 20 km Reichweite — in der Praxis in Deutschland weniger relevant, aber das Signal bleibt selbst auf 2–3 km Distanz stabil und glitch-frei. Live-View in 1080p bei 60 fps.
Schwächen. Body rund 760 €, Fly More Combo bei 1.150 €. Plus-Akku schiebt das Startgewicht über 250 g und damit aus C0 heraus. Keine mechanische Blende.
+ Pro
- Allseitige Hinderniserkennung 360° — einzig in der Klasse
- 1/1,3"-Sensor mit 4K60 HDR und 10-bit D-Log M
- ActiveTrack 360° für Profi-Tracking-Shots
- OcuSync 4 sehr stabil auf 2–3 km
- Vertikale Aufnahme nativ ohne Crop
− Contra
- × Body rund 760 €, teurer als Evo Nano+
- × Plus-Akku schiebt Gewicht über 250 g
- × Keine mechanische Blende
- × DJI-Account mit E-Mail-Bindung Pflicht
Autel Evo Nano+ — die Premium-Alternative
Die Evo Nano+ ist 2026 die ernsthafteste DJI-Alternative in der Sub-250g-Klasse. 249 g Startgewicht, 1/1,28”-CMOS-Sensor (minimal größer als bei DJI Mini 4 Pro), 4K bei 30 fps, 28 Minuten Flugzeit. Wer aus Datenschutz-Gründen oder einfach aus dem Wunsch nach Hersteller-Vielfalt DJI vermeiden will, findet hier die einzige technisch konkurrenzfähige Option.
Sensor. 1/1,28” mit RYYB-Filter — eine Eigenheit von Autel, die in der Theorie 40 % mehr Licht einfängt als klassische RGGB-Sensoren. In der Praxis liefert die Nano+ eine wärmere, kontrastreichere Bildanmutung out-of-camera als DJI. Kein D-Log und kein HDR-Modus — wer in Post graden will, hat weniger Spielraum.
Hinderniserkennung. Drei Sensoren — vorne, hinten und unten. Seitliche Annäherungen oder Decken werden nicht erkannt. Für klassische Pilot-Manöver und Tracking-Shots auf gerader Linie ausreichend, bei engen Wald-Tracks weniger Sicherheit als die DJI Mini 4 Pro.
Dynamic Track 2.1. Subjekt-Tracking mit drei Modi — Follow, Parallel und Viewpoint. Funktioniert solide, ist im direkten Vergleich aber weniger zuverlässig als ActiveTrack 360 von DJI. Bei plötzlichen Subjekt-Bewegungen verliert die Nano+ häufiger die Spur.
Übertragung. Autel SkyLink mit bis zu 10 km Reichweite. In der Praxis vergleichbar zu OcuSync 2, in städtischen Gebieten anfälliger für Glitches als OcuSync 4.
Schwächen. Autel-App weniger ausgereift als DJI Fly. Marktpräsenz und Ersatzteilversorgung in Deutschland deutlich schwächer. Firmware-Updates kommen seltener als bei DJI.
+ Pro
- 1/1,28"-Sensor mit RYYB-Filter (mehr Licht)
- Kontrastreiche, warme Bildanmutung out-of-camera
- Premium-Alternative zu DJI (Datenschutz-Argument)
- C0-zertifiziert (249 g)
- Body rund 700 € — etwas günstiger als Mini 4 Pro
− Contra
- × Nur dreiseitige Hinderniserkennung (kein 360°)
- × Kein D-Log, kein HDR — weniger Post-Spielraum
- × Autel-App weniger ausgereift als DJI Fly
- × SkyLink anfälliger für Glitches als OcuSync 4
Hinderniserkennung — 360° vs dreiseitig
Der größte konkrete Unterschied im Alltag liegt in der Anzahl der Hinderniserkennungs-Sensoren.
DJI Mini 4 Pro. Sechs Sensoren rundum — vorne, hinten, oben, unten, links, rechts. APAS 5.0 (Advanced Pilot Assistance System) weicht aktiv aus oder bremst. Beispiel: Bei einem Tracking-Shot durch lichten Wald erkennt die Mini 4 Pro Äste, die seitlich in den Flugkurs ragen, und weicht horizontal aus. Auch das Risiko von Decken-Crashs in Carports oder Bäumen ist deutlich reduziert.
Autel Evo Nano+. Drei Sensoren — vorne, hinten, unten. Seitliche Annäherungen werden nicht erkannt. Decken werden nicht erkannt. Für klassische Pilot-Manöver auf offenem Feld oder über See ausreichend, bei engen Tracks weniger sicher.
Praxis-Empfehlung. Anfänger und Piloten, die in Wäldern oder zwischen Gebäuden fliegen, gewinnen mit Mini 4 Pro deutlich an Sicherheit. Wer überwiegend auf offenem Feld, am Meer oder über Bergpanoramen fliegt, kommt auch mit Evo Nano+ klar.
Software-Ökosystem — DJI Fly vs Autel Explorer
DJI Fly. Die mit Abstand reifste Drohnen-App am Markt. Klare Bedienung, schnelle Updates, integriertes Editing für Smartphone, Cloud-Backup, automatisches Geo-Awareness mit Sperrzonen-Karten. Wer mehrere DJI-Geräte (Drohne, Pocket 3, Action 5 Pro) nutzt, hat alles in einer App.
Autel Explorer / Autel Sky. Solide Basis-App. Karten und Sperrzonen sind gepflegt, aber nicht in Echtzeit so aktualisiert wie bei DJI. Editing-Funktionen sind grundlegend. Updates kommen seltener.
Praxis-Empfehlung. Wer regelmäßig fliegt und auf saubere Logs, schnelle Firmware-Updates und stabile App-Erlebnis Wert legt → Mini 4 Pro. Wer den Workflow weniger nutzt und primär RAW-Material zur Post in Premiere oder Resolve schickt → Evo Nano+.
Preis und Verfügbarkeit — der DJI-Vorteil
DJI ist in Deutschland flächendeckend verfügbar — bei Foto-Saturn, Media-Markt, Amazon, im DJI-Store und in Drohnen-Fachläden. Ersatzteile (Propeller, Akkus, Gimbal-Schutz) sind binnen 1–2 Tagen lieferbar. Service-Center in Frankfurt und München.
Autel ist seltener im Regal, primär online verfügbar. Ersatzteile haben gelegentlich längere Lieferzeiten. Der Service läuft via Mail-Kontakt zum europäischen Hauptsitz.
Praxis-Hinweis. Für Hobby-Piloten, die im Worst-Case schnell einen Ersatz-Akku oder neue Propeller brauchen, ist der DJI-Vorteil im Alltag spürbar.
Welcher passt zu welchem Anwendungsfall?
DJI Mini 4 Pro ist die richtige Wahl, wenn:
- du Cinematic-Material in 4K60 mit HDR und D-Log willst,
- du in Wäldern oder zwischen Gebäuden fliegst (360°-Hinderniserkennung),
- du ActiveTrack 360° für Tracking-Shots nutzen willst,
- du auf das DJI-Ökosystem (App, Service, Ersatzteile) zugreifen willst,
- du vertikale Reels für Insta nativ aufnehmen willst.
Autel Evo Nano+ ist die richtige Wahl, wenn:
- du DJI bewusst aus Datenschutz-Gründen meidest,
- du eine warme, kontrastreiche Bildanmutung out-of-camera magst,
- du primär auf offenem Feld oder über Bergen fliegst,
- du keinen D-Log-Workflow brauchst,
- du rund 60 € sparen willst.
Direkt-Verdikt
Wir empfehlen die DJI Mini 4 Pro für die meisten Piloten 2026 — die Kombination aus 360°-Hinderniserkennung, 4K60 HDR mit D-Log M und reifer App-Software ist im Alltag spürbar wertvoller als der minimale Sensor-Vorsprung der Nano+. Die Autel Evo Nano+ ist die richtige Wahl, wenn du DJI bewusst meiden willst oder die warme Out-of-Camera-Bildanmutung schätzt. Beide sind C0-zertifiziert und damit ohne A2-Drohnenführerschein flugfähig.
Weitere Drohnen unter 250g im Überblick →
Häufige Fragen
01 Welche Drohne hat den größeren Sensor — Mini 4 Pro oder Evo Nano+?
02 Welche der beiden hat die bessere Hinderniserkennung?
03 Lohnt sich der Aufpreis von ca. 60 € für die Mini 4 Pro?
04 Sind beide Drohnen ohne Drohnenführerschein flugfähig?
05 Welche der beiden hat die bessere Software und App?
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