Beide spielen in der Profi-Klasse
DJI RS 4 und RS 4 Pro sind 2026 die beiden meistdiskutierten Spiegellos- und DSLR-Gimbals. Beide stabilisieren auf demselben mechanischen Niveau, beide arbeiten mit DJI Ronin App und Auto-Calibration, beide unterstützen ActiveTrack 7.0 mit RavenEye-Modul. Die Frage ist also nicht „welcher Gimbal kann mehr stabilisieren”, sondern: Welche Tragelast, welche Fokus-Mechanik und welcher Workflow passen zu deiner Kamera-Objektiv-Kombi?
Direkter Vergleich: Hardware und Funktionen
| Kriterium | DJI RS 4 | DJI RS 4 Pro |
|---|---|---|
| Tragelast max | 3,0 kg | 4,5 kg |
| ActiveTrack 7.0 | mit RavenEye-Modul | integriert |
| LiDAR-Fokus | nein | ja (3–14 m optimal) |
| Drehmoment | Standard | ca. 20 % höher |
| Achsen-Material | Carbon | Carbon (verstärkt) |
| Display | 1,8” Touchscreen | 1,8” Touchscreen |
| Vertikal-Achse klappbar | ja | ja |
| Auto-Calibration | ja | ja |
| Built-in Briefcase Mode | ja | ja |
| Akku-Laufzeit | bis 12 Std | bis 13 Std |
| Schnellladung | in 1,5 Std | in 1,5 Std |
| Body-Gewicht | ca. 1,3 kg | ca. 1,5 kg |
| Body-Preis (ca.) | 550–600 € | 950–1.000 € |
| Bündel-Preis (ca.) | 750–800 € (mit RavenEye) | 1.000–1.100 € (mit Focus-Motor) |
DJI RS 4 — der Allrounder für Standard-Spiegellos
Der RS 4 ist 2026 die Standard-Empfehlung für Spiegellos-Setups im Bereich 1,5–3 kg — also genau das Gros der Hochzeitsfilm- und Doku-Workflows. Sony A7 IV mit 24–70 mm GM, Canon R6 II mit 24–105 mm L, Panasonic S5 II mit 20–60 mm — alle drei sind in dieser Klasse und finden auf dem RS 4 ihren natürlichen Stabilisator.
Tragelast 3,0 kg. Reicht für Standard-Spiegellos plus Standard-Zoom plus Mikrofon und kompakten On-Camera-Monitor. Wer mit Tele-Zoom (70–200 mm) oder Cine-Glas filmt, ist hier am Limit oder darüber.
ActiveTrack 7.0 mit RavenEye-Modul. Aufsteckbares Modul liefert die Tracking-Daten an den Gimbal. Der Algorithmus erkennt Personen, Gesichter, Tiere und Fahrzeuge zuverlässig, folgt schnellen Schwenks ohne Latenz. Modul kostet ca. 200 € extra.
Schärfe-Tracking via Kamera-AF. Der RS 4 hat keinen LiDAR — Schärfe wird vom Kamera-internen Eye-AF oder Subject-AF gehalten. Bei modernen Spiegellos-Bodies (Sony A7 IV, Canon R6 II, Panasonic S5 II, Nikon Z6 III) sehr zuverlässig, bei manuellem Cine-Glas nicht möglich.
Workflow-Highlights. Auto-Calibration in 30 Sekunden, klappbare Vertikal-Achse für Vertical-Shooting, klappbares Stativ am Griff, 1,8” Touchscreen für Modus-Wechsel.
+ Pro
- Tragelast 3,0 kg — alle Standard-Spiegellos plus Zoom
- ActiveTrack 7.0 mit RavenEye-Modul (extra)
- Body-Preis 250–400 € günstiger als Pro
- Auto-Calibration in 30 Sekunden
- Klappbare Vertikal-Achse für Vertical-Shooting
− Contra
- × Kein LiDAR-Fokus — manuelles Cine-Glas nur mit externem Workflow
- × Mit Tele-Zoom oder Cine-Glas an der 3-kg-Grenze
- × Tracking braucht RavenEye-Modul (ca. 200 € extra)
- × Drehmoment ca. 20 % unter dem Pro
DJI RS 4 Pro — der Profi mit LiDAR-Fokus
Der RS 4 Pro ist 2026 das Profi-Setup für alle, die manuelles Cine-Glas führen oder besonders zuverlässige Schärfe-Verfolgung brauchen. Hochzeit-Operator mit 35-mm-T1.5-Cine-Lens, Doku-Filmer mit großem Telezoom, Cinema-Set mit RED Komodo X — überall, wo Tragelast oder Fokus-Präzision über die Möglichkeiten des regulären RS 4 hinausgehen.
Tragelast 4,5 kg. Reicht für RED Komodo X mit Cine-Lens, Sony FX3 mit 24–70 mm GM Master, Canon R5 C mit 70–200 mm L, ARRI Alexa Mini LF mit kompaktem Cine-Glas.
LiDAR-Fokus. Der zentrale Pro-Vorteil. Der LiDAR-Sensor am Gimbal misst die Distanz zum Subjekt 200 Mal pro Sekunde und gibt Distanz-Daten direkt an einen externen DJI-Focus-Motor, der den Fokus-Ring des Objektivs nachführt. Resultat: Auch mit manuellem Cine-Glas, das keinen elektronischen Autofokus hat, bleibt das Subjekt scharf — automatisch, ohne Pull-Focus-Assistent.
ActiveTrack 7.0 plus LiDAR parallel. Beide Systeme arbeiten zusammen. ActiveTrack hält das Subject im Bild (Pan-Achse), LiDAR hält das Subject scharf (Fokus-Motor). Für Solo-Operator-Setups ein massiver Workflow-Vorteil.
Höheres Drehmoment. Verstärkte Carbon-Achsen mit ca. 20 % mehr Drehmoment-Reserve. Schwere Setups, die auf dem RS 4 schon „arbeiten” müssten, laufen auf dem Pro spürbar ruhiger und mit weniger Akku-Verbrauch.
Workflow-Highlights. Wie beim RS 4 — Auto-Calibration, klappbare Vertikal-Achse, klappbares Stativ — plus integrierte LiDAR-Halterung und stabilere Aufnahme für externe Focus-Motoren.
+ Pro
- Integrierter LiDAR-Fokus für manuelles Cine-Glas
- Tragelast 4,5 kg — Cine-Setups, schwere Tele-Zooms
- ActiveTrack 7.0 plus LiDAR parallel
- ca. 20 % mehr Drehmoment-Reserve
- Verstärkte Carbon-Achsen für schwere Setups
− Contra
- × Body-Preis 950–1.000 €, Bündel ca. 1.000–1.100 €
- × Schwerer und größer als RS 4 (ca. 200 g mehr)
- × LiDAR optimal in 3–14 m — extremer Nahbereich limitiert
- × Lernkurve für LiDAR-Fokus-Workflow
LiDAR-Fokus — was er kann und was nicht
Der LiDAR-Sensor des RS 4 Pro ist der zentrale Workflow-Vorteil gegenüber dem regulären RS 4. So funktioniert er in der Praxis:
Wie LiDAR misst. Der Sensor sendet 200 Mal pro Sekunde infrarote Laserpulse aus und misst die Reflexionszeit. Aus der Zeit ergibt sich die Distanz zum Subjekt — millimetergenau. Diese Distanz-Daten gehen direkt an den DJI Focus Motor am Objektiv, der den Fokus-Ring nachführt.
Wo er glänzt. Manuelles Cine-Glas (z. B. Sigma Cine 35 mm T1.5), 70–200 mm-Tele-Zoom mit elektronischem AF, der bei Wildlife oder Sport zu langsam ist, Doku-Drehs mit unvorhersehbaren Bewegungen, Solo-Operator-Setups ohne Pull-Focus-Assistent.
Wo er an Grenzen kommt. Bei sehr nahen Subjekten (unter 3 m) oder sehr weiten Distanzen (über 14 m) verliert die Präzision. Bei stark reflektierenden Oberflächen (Spiegel, Glas, polierter Lack) kann der Sensor falsche Distanz-Werte liefern. Bei extremem Weitwinkel-Setup, in dem mehrere Subjekte nah beieinander stehen, muss der Operator das gewünschte Subject manuell wählen.
Praxis-Beispiel Hochzeit. Trauungs-Szene mit 35-mm-T1.5-Cine-Lens auf Sony FX3. Brautpaar bewegt sich, Cine-Glas hat keinen elektronischen AF. Auf dem regulären RS 4 müsste ein Pull-Focus-Assistent den Fokus-Ring manuell drehen — auf dem RS 4 Pro mit LiDAR läuft das automatisch, der Operator hält nur den Gimbal.
Tragelast — wann reicht der RS 4, wann braucht es den Pro?
Faustregel: 80 % der maximalen Tragelast nicht überschreiten, sonst surren die Motoren laut, der Akku schrumpft und das System wirkt nervös.
| Setup | Gewicht | RS 4 (3,0 kg) | RS 4 Pro (4,5 kg) |
|---|---|---|---|
| Sony A7 IV + 24–70 mm GM | 1,55 kg | komfortabel | komfortabel |
| Canon R6 II + 24–105 mm L | 1,37 kg | komfortabel | komfortabel |
| Panasonic S5 II + 20–60 mm | 1,09 kg | komfortabel | komfortabel |
| Sony A7 IV + 70–200 mm GM | 2,7 kg | am Limit | komfortabel |
| Sony FX3 + Cine-Lens | 2,5–3,5 kg | über Limit | komfortabel |
| RED Komodo X + Cine | 3,5–4,5 kg | nicht möglich | am Limit |
| ARRI Alexa Mini LF + Cine | 3,8–5,5 kg | nicht möglich | über Limit |
Praxis-Beispiel. Sony A7 IV mit 24–70 mm GM (1,55 kg) plus externes Mikrofon (200 g) plus On-Camera-Monitor (300 g) plus V-Mount-Akku (350 g) — Gesamtgewicht ca. 2,4 kg. Auf dem RS 4 mit 3,0 kg Headroom passt das mit Reserve. Sobald 70–200 mm-Glas (1,2 kg) statt 24–70 mm-Glas (900 g) montiert wird, sind 2,7 kg erreicht — 90 % der RS-4-Tragelast. Hier ist der Wechsel zum RS 4 Pro fällig.
Welcher passt zu welchem Anwendungsfall?
DJI RS 4 ist die richtige Wahl, wenn:
- du Standard-Spiegellos plus Standard-Zoom (24–70 mm, 24–105 mm) führst,
- deine Setups unter 2,8 kg liegen,
- du primär Kamera-internen AF nutzt (Sony A7 IV, Canon R6 II, Panasonic S5 II, Nikon Z6 III),
- du Hochzeitsfilm, Doku oder Vlog ohne manuelles Cine-Glas drehst,
- du 250–400 € sparen möchtest gegenüber dem Pro.
DJI RS 4 Pro ist die richtige Wahl, wenn:
- du manuelles Cine-Glas führst (kein elektronischer AF),
- du Setups über 3,0 kg fährst (Tele-Zoom, Cine-Bodies, Mikro plus Monitor),
- du Solo-Operator-Workflow ohne Pull-Focus-Assistent brauchst,
- du LiDAR-Fokus mit ActiveTrack parallel willst,
- Profi-Robustheit und Drehmoment-Reserve im Cine-Bereich nötig sind.
Direkt-Verdikt
Wir empfehlen den DJI RS 4 für die meisten Hochzeitsfilm- und Doku-Operator 2026 — die Kombination aus 3,0 kg Tragelast, ActiveTrack 7.0 mit RavenEye-Modul und Body-Preis von 550–600 € deckt 80 % der Standard-Workflows. Der DJI RS 4 Pro ist die richtige Wahl, wenn du manuelles Cine-Glas führst, schwerere Cine-Setups stabilisierst oder Solo-Operator-Workflow ohne Pull-Focus-Assistent willst — der LiDAR-Fokus ist hier der zentrale Mehrwert, der den Aufpreis von ca. 400 € rechtfertigt. Stabilisierungs-Niveau und App-Workflow sind bei beiden identisch — der Tiebreaker ist Tragelast und Fokus-Mechanik.
Weitere Gimbals im Überblick →
Häufige Fragen
01 Was ist der wichtigste Unterschied zwischen RS 4 und RS 4 Pro?
02 Lohnt sich der Aufpreis von ca. 400 € zum Pro?
03 Funktioniert ActiveTrack 7.0 auf beiden gleich?
04 Welche Spiegellos passt am besten auf den RS 4?
05 Brauche ich beim RS 4 Pro zusätzliche Hardware für LiDAR-Fokus?
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